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Berlin
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EUROPÄISCHE GROSSTÄDTE GEGEN DROGEN

Eine Reihe europäischer Grosstädte organisieren in eigener Initiative eine Konferenz der Grosstädte gegen die Legalisierung von Drogen. Eines der Ziele der Konferenz ist die Verabschiedung einer Resolution, die es Städten, die nicht an der Konferenz teilgenommen haben, ermöglichen soll, die Arbeit der Konferenz zu unterstützen.

Zweck der Konferenz ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Städten zu verbessern und Inspiration ung Hoffnung in Bereiche zu bringen, die sich besonders schwerwiegenden Drogenproblemen gegenübergestellt sehen. Die Unterzeichner der Resolution bekräftigen ihre Entschlossenheit, die Ausbreitung von Drogen zu bekämpfen.

WIR HABEN ERKANNT…
dass der Missbrauch illegaler Drogen heute in vielen europäischen Grosstädten ein sehr ernstzunehmendes Problem darstellt. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des Europäischen Parlaments ergab, dass in der EG allein möglicherweise eine Million Menschen Drogen missbrauchen.

Die Forderung nach Legalisierung illegaler Drogen ist vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme zu sehen, die zu einem Gefühl der Hilflosigkeit geführt haben. Für viele besteht der einzige mögliche Weg in dem Versuch, mit der bestehenden Situation fertigzuwerden.

Es ist jedoch keine Antwort auf das Problem, schädliche Drogen einfacher zugänglich, billiger und gesellschaftlich akzeptabel zu machen. In der Vergangenheit haben sich derartige Versuche als nicht erfolgreich erwiesen.

Wir glauben, dass die Legalisierung von Drogen langfristig die Probleme verstärken wird. Indem sie den Drogen Legalitätsstatus verleiht, signalisiert die Gesellschaft, dass sie sich mit dem Drogenmissbrauch abgefunden hat.

Die Unterzeichner dieser Resolution wollen daher ihre Position verdeutlichen, indem sie die Vorschläge zur Legalisierung illegaler Drogen zurückweisen.

POSITIVE ALTERNATIVEN
Wir, die Europäischen Städte gegen Drogen, wollen für unsere Einwohner Sorge tragen. Wir wollen Städte schaffen, die sicher sind und ein attraktives Wohn - und Arbeitsklima bieten. Unsere Anstrengungen zur Bekämpfung von Drogen rühren aus unserer Sorge um den Einzelnen, die Familien und Gemeinden. Dass es uns bisher nicht gelungen ist, den Trend zu stiegendem Drogenkonsum umzukehren, muss uns zu erneuten Anstrengungen und entschlossenem Handeln anspornen.

Unsere Absicht ist es, positive Alternativen zur Drogenlegalisierung zu entwickeln.

DAS FUNDAMENT FÜR DIE ZUKUNFT
Wir glauben, dass das Fundament zukünftiger Bermühungen eine restriktive Drogenpolitik auf der Grundlage der gemeinsamen UN - Konvention über Narkotika (1961, ergäntz 1972), der Konvention über psychotrope Substanzen (1988) un der Konvention gegen den illegalen Handel mit Narkotika und psychotropen Substanzen, (1988) sein muss. Die UN - Konvention, über die Rechte des Kindes (1990) besagt, dass wir "alle geeigneten Massnahmen, einschliesslich gesetzgebender, administrativer, gesellschaftlicher und erzieherischer Massnahmen, ergreifen müssen, um Kinder vor dem illegalen Gebrauch von Narkotika zu schützen…" (Artikel 33).

Wir akzeptieren die Definition des Begriffs der illegalen Drogen im Sinne der genannten Resolutionen.

Diese Resolution steht im Einklang mit dem Internationalen Drogenbekämfungsprogramm der Vereinten Nationen und den in Madrid, Paris, New York, Bogotá und Buenos Aires verabschiedeten Resolutionen.

Die Drogenbekämpfung ist eine komplexe Aufgabe. Es ist ein Zusammenwirken der verschiedenen Massnahmen erforderlich, um gleichzeitig Angebot und Nachfrage zu reduzieren. Durch Dialog und Zusammenarbeit können wir unsere unterschiedlichen Erfahrungen zusammenbringen und uns gegenseitig in unseren Anstrengungen unterstützen.

ES IST BESONDERS WICHTIG
in der gegenwärtigen Situation, den Schwerpunkt auf Präventivmassnahmen und Kooperation zu legen.

  • Präventivmassnahmen verhindern, dass Menschen zum Drogenkonsum verleitet und durch Drogen geschädigt werden. Auch die Ausbreitung von Drogen soll hierdurch eingedämmt werden. Die Ausbreitung des Drogenkonsums erfolgt normalerwiese durch persönliche Kontakte. Die - abhängigen und nicht abhängigen.
  • Drogenkonsumenten bilden zusammen einen riesigen Markt, der wiederum eine vermehrte Drogenproduktion nach sich zieht. Unsere Anstrengungen in bezug auf Drogenabhängige müssen sich vor allem auf das Angebot von geeigneten Behandlungs - und Beratungformen konzentrieren.
  • Da sich nicht alle Probleme durch eine einzige Massnahme beheben lassen, ist eine Zusammenarbeit erforderlich. Unterschiedliche Ansätze müssen kombiniert werden; z.B ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Bildungswesen, den Sozialdiensten, gemeinnützigen Organisationen, medizinischen und Gesundheitsdiensten und der Polizei nötig.

ES IST JEDOCH
unbedingt ein breites Massnahmenspektrum in Zusammenarbeit mit Behörden, gemeinnützigen Organisationen und Einzelpersonen erforderlich, um das Drogenproblem in den Griff zu bekommen.

Einige Beispiele für geeignete Massnahmen:

  • Stärkung der Rolle der Familie in der Drogenverhütung
  • Präventivprogramme in Schulen, Hochschulen und am Arbeitsplatz
  • Entwicklung von Verfahren, die zur früheren Erkennung von Drogenproblemen und zur Ergreifung von konstruktiven Massnahmen führen
  • Rehabilitation von Drogenabhängigen im fortgeschrittenen Stadium
  • Unterstützung von Forschung und Auswertung

ERKLÄRUNG

  • Wir, die Unterzeichner dieser Resolution, weisen alle Forderung nach Legalisierung illegaler Drogen zurück.
  • Anstelle einer Legalisierung von Drogen wollen wir positive Strategien entwickeln, die die schwierigen Probleme des Drogenmissbrauchs in Angriff nehmen.
  • Wir wollen eine Zusammenarbeit zwischen den Grossstädten entwickeln, um Erfahrungen und die Berichte über die Fortschritte unserer Arbeit auszutauschen.
  • Wir machen die Regierungen auf die obigen Resolutionen aufmerksam
  • Wir fordern unsere Regierungen zu Respektierung und entschlossenen Anwendung der von ihnen unterzeichneten Konventionen und Abkommen zum Thema Drogen auf.